Früher war alles besser. Wer kennt diesen Ausspruch nicht. Aber wenn man es mal genau betrachtet, dann war früher eben nicht alles besser. Heutzutage gibt es für fast jedes Problem das passende Produkt. Unbestritten hat der technische Fortschritt unsere Lebensqualität in allen Bereichen entscheidend verbessert.

Aber – jetzt haben wir die Qual der Wahl. Anstatt einer oder weniger Lösungsoptionen werden wir von der Anzahl der Varianten förmlich erschlagen. Wie kann ich z. B. aus der schier unendlichen Anzahl von Jeanshosen, die ich erwerben kann, die ideal für mich passende herausfinden? Ein Ding der Unmöglichkeit.

Simplify – manchmal ist weniger einfach mehr.

Früher gab es wenig – manchmal gar keine Auswahl. Da gab es vielleicht zwei Jeanshosen zur Auswahl. Und wahrscheinlich fanden wir keine wirklich überzeugend, haben aber dennoch eine gekauft. Eben weil wir keine andere Wahl hatten. Dann fällt die Entscheidung leicht.

Jetzt, da es so viel Auswahl gibt, liegt es auf der Hand, dass es die perfekte Hose da draußen für mich wirklich gibt. Ich muss sie nur finden. Aber wenn ich mich dann für eine entschieden habe und nach dem ersten Ausflug damit feststelle, dass sie doch nicht so optimal passt wie gedacht, dann hadere ich mit meiner Wahl. Denn schließlich hätte ich auch eine andere Jeans wählen können, die vielleicht besser gewesen wäre. Mit anderen Worten: Früher, wenn das gewählte Produkt nicht optimal war, war es nicht meine Schuld, dass ich mich trotzdem dafür entschieden habe. Schließlich gab es einfach keine andere Option und ich brauchte das Produkt. Ganz anders sieht es heute aus. Die Vielzahl an Varianten suggeriert uns, dass es höchstwahrscheinlich eine optimale Wahl für uns gegeben hätte. Wir haben uns eben falsch entschieden und sind daher selbst für die „schlechte Wahl“ verantwortlich.

TED Talk – Barry Schwartz: Paradox of Choice

In seinem TED Talk zeigt Barry Schwartz eindrücklich, wie schwierig es im Vergleich zu früher ist, die richtige Entscheidung für uns zu treffen. Und welche Konsequenzen das auf das Entscheidungsverhalten von Konsument hat. Denn manchmal war eben doch alles besser, wo alles eigentlich „schlechter“ war:

 

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